Cochemer Modell


Jürgen Rudolph und das Cochemer Modell

  • Jürgen Rudolph, nicht „Rudolff“, war Familienrichter am Amtsgericht Cochem und entwickelte Anfang der 1990er Jahre das sogenannte Cochemer Modell.(fj-witsch-rothmund.de)
  • Ziel dieser Arbeitsweise war es, in familiengerichtlichen Verfahren bei Trennungen (verheirateter oder unverheirateter Paare mit gemeinsamen Kindern) eine Konflikteskalation zu verhindern – insoweit als es um Sorge- und Umgangsrecht ging.(fj-witsch-rothmund.de)

Der Ansatz beinhaltet psychosoziale Komponenten: Hellinger, auf den sich Rudolph bezieht, ergänzt, dass Trennungsschmerz und Trauer anerkannt und zugelassen werden sollen – „…Wer in einer wesentlichen Paarbeziehung war… ist gebunden und kann nicht mehr raus ohne Schmerz…“ – um dann friedvoll auseinanderzugehen.(fj-witsch-rothmund.de)


Bedeutung und gesetzliche Verankerung

  • Das Cochemer Modell wurde später institutionell und juristisch wichtig: Elemente der sogenannten „Cochemer Praxis“ fanden Eingang in das neue Familienverfahrensgesetz (FamFG). Es legte damit gewisse Prozessprinzipien institutionell fest.(Nomos eLibrary)
  • Weiterhin gibt es eine Festschrift dem Modell und seinem Urheber gewidmet („Verändertes Denken – zum Wohle der Kinder“) – es verdeutlicht die Perspektivverschiebung hin zu kindorientierter Konfliktbehandlung in familiengerichtlichen Verfahren.(Nomos eLibrary)

Zusammenfassung

BegriffBeschreibung
Jürgen RudolphEhemaliger Familienrichter am Amtsgericht Cochem.
Cochemer ModellArbeitsweise zur Deeskalation familiengerichtlicher Verfahren bei Trennungen.
KernprinzipTrauer zulassen, Konflikte menschlich und respektvoll lösen.
FamFG-VerankerungTeile der Cochemer Praxis wurden gesetzlich – im FamFG – übernommen.
FestschriftWürdigt das Modell als paradigmatische Veränderung im Sinne des Kindeswohls.

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