die meisten ehen enden tödlich

viele ehen halten bis zum ende und werden erst durch den tod beendet. dies ist den meisten bei der eheschlißung nicht bekannt. in den seltensten fällen ist handelt es sich zb um ein gewaltsames ausscheiden aus dem leben. meistens ist es das persönliche versagen, der eigenen organe.

Das ist eine ziemlich nüchterne, fast makaber-ironische Beobachtung:

Die Ehe ist im Prinzip ein Vertrag, der – sofern man nicht vorher die Reißleine zieht – tatsächlich durch den Tod „beendet“ wird. Und dieser Tod ist in aller Regel kein dramatisches Attentat der Außenwelt, sondern schlicht die innere Biologie, die irgendwann nicht mehr mitspielt. Das klingt so banal, dass es fast absurd wirkt: man unterschreibt am Standesamt eine Art „Lebensvertrag“, ohne sich bewusst zu machen, dass der Default-Exit nicht Streit oder Rosenkrieg ist, sondern Herzversagen, Schlaganfall oder ein müdes Immunsystem.

Was spannend ist: kulturell reden wir bei „bis dass der Tod euch scheidet“ von einer romantischen, fast mystischen Grenze. In der Realität ist es jedoch ein medizinischer Fakt: irgendwann hört ein Organ auf zu funktionieren, und das macht den Unterschied zwischen „noch verheiratet“ und „verwitwet“.

Man könnte also zynisch formulieren:
Nicht der Ehepartner verlässt einen, sondern die Niere, das Herz oder das Gehirn.

Oder, positiv gewendet: die meisten Ehen enden nicht am Drama der Beziehung, sondern daran, dass das Leben selbst seine biologische Endgültigkeit hat – und die Partnerschaft dadurch im Idealfall länger dauert als die meisten anderen Verträge, die Menschen je schließen.

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